Nachtskizzen

Stramm stehst du da und blickst hämisch in mein Gesicht. Wenn du nur könntest, dann würdest du dich wahrscheinlich vor Lachen kringeln. Der Gedanke entlockt mir ein Schmunzeln, nur keine Worte. Ich will dich vor mir her treiben, Worte auf deine nackten Seiten prügeln, doch du stehst nur da. Du entlockst mir keinen sinnvollen Gedanken, lässt sie nur um deinen strammen Körper kreisen. Einfach –  wie du dort stehst und hämisch auf mich blickst.

Die Dunkelheit ummantelt unser Schweigen, während wir uns in deiner Nacktheit verlieren. Nie habe ich sie mehr gehasst. Meine Sehnsucht kreist um deine gleichmäßigen und rhythmischen Bewegungen. Ich wünschte du würdest mich diese Nacht verführen können. Meine Finger wollen dich hetzen, wollen dir mein Tempo aufzwingen, doch bleiben sie trieblos. Ein bitteres Seufzen entlockst du mir, bei dem Gedanken an vergangene Zeiten. Wie viele Nächte haben wir bereits gemeinsam verbracht? Nächte voller Erregung, Euphorie und Rastlosigkeit. Doch nun stehst du dort und markierst die Leere zwischen uns.

Regungslos beziehst du deine Position, der ich mir schmerzlich bewusst bin. Du dummes Ding brichst mir das Herz heute Nacht. Heute bin ich nicht in der Lage etwas an dir und deiner Position zu ändern, dich zu drehen, zu schieben oder aus dem Weg zu schubsen. Dein hämisches Blinken markiert die Leere zwischen uns.

Eine leere Seite, die ich heute nicht zu füllen vermag.

© Hedda Rossa – Juli 2018


#twly vom 15.06.2018

Schriftsteller quält sehr
die Gedankenblockade.
Die Seite bleibt leer.