Schlittenkritik

Er steht dort mit dickem Bauch,
winkt mit roten Tupfen auf den Wangen.

Heißer Glühwein betäubt die Sinne,
Die Einsamkeit wird niedergetrunken.

Besinnlich duftet es nach Weihrauch,
im Märchenwald rennen wild die Rangen.

Die Chormädchen halten inne,
Kinder sind maßlos zuckertrunken.

Ein Gesang und Geschrei,
Bettler schlafen zwischen Glühweinständen.

Im Advent darf keiner Einsam sein,
Wir schmiegen uns ins Konsumgetummel.

Stände voller nutzlosem Allerlei,
Wahllos erbeutet von hunderten Händen.

Es wärmt das Herz der Wein,
Vorbei ist’s mit dem Rummel …

… zum Neuen Jahr.

© Hedda Rossa – Dezember 2017